mobiglias
design-wettbewerb
2nd edition
2022


Die Siegerarbeiten 2022

SCARSOLA

1. Rang/CHF 3'000.-

Design: Justinas Zuklys
Herstellung: ruwa AG und Sereina Brosi

Die Sitzbank «SCARSOLA» ist durch die filigrane Bauweise der Transportschlitten inspiriert, die im Kanton Grabünden eingesetzt wurden, um Waren und Heu zu transportieren. Die schlanke Konstruktion aus recycliertem Lärchenholz wird durch Keile zusammengehalten. Das Möbel wird durch ein angeknotetes Sitzkissen zur bequemen Bank und die angehängte, textile Tasche dient als Ablage.

SELA

1. Rang/CHF 3'000.-

Design: Julian Valentin Bräm und Noëmi Bräm
Herstellung: Falegnamaria Armon Lingenhag

Das Regal «SELA» ist durch die Leichtigkeit und Effizienz eines Vorratsgestells inspiriert, wie es in traditionellen Bündner Häusern gefunden werden konnte. In den Vorratskammern wurden auf den hängenden Gestellen Lebensmittel gelagert, damit sie nicht von Mäusen erreicht werden konnten. «SELA» lässt sich multioptional einsetzen, an der Wand hängend, stehend, liegend aber auch als Bank.

MACUN

2. Rang/CHF 1'500.-

Design: Sahra Khan

Herstellung: Dalini Linard Müller

Die Kinderschaukel «MACUN» setzt das Wappentier des Kantons in einer schlichten, modernen Form um. Alle Teile sind formal reduziert und werden funktional benötigt. Die Teile aus Fichtenholz werden mit Zapfenverbindungen und Dübeln verleimt. Auf Schrauben und Nägel kann verzichtet werden. Die Oberflächen werden klar lackiert, um die Maserung des Holzes schön zur Geltung zu bringen.

SULVADI

2. Rang/CHF 1'500.-

Design: Hugo Zumbühl

Herstellung: Handweberei Tessanda

Der Webteppich «SULVADI» knüpft an die alte Bündner Tradition des Handwebens an, wie es im Val Müstair auf zum Teil über hundert Jahre alten Webstühlen immer noch gepflegt wird. Zur Herstellung wird ein innovatives Webgarn verwendet, das aus gewalkter Schafwolle, die mit Ziegenhaargarn umwickelt wird, hergestellt wird. Die schlichte Oberflächenstruktur mit ihren Unregelmässigkeiten unterscheidet sich wohltuend von der Perfektion industrieller Produkte.

DREI TRE TRAIS

3. Rang/CHF 500.-

Design: Pavla Nesvadbikova und Tina Schnörringer

Herstellung: TM Schreinerei AG

Die Schalen und Schneidebretter «Drei Tre Trais» sind durch die Blume des Lebens inspiriert. Die aus sieben Kreisen gebildete Blume findet man im Kanton Graubünden als Scraffito, in Holzbalken geschnitzt oder auf Weihwasserbecken. Durch die Reduktion auf nur 3 Blätter gelangt man zum Kern des Ornaments, der auf die 3 Sprachen des Kantons und die Bünde verweist. Die einzelnen Teile der Schneidebretter/Schalen werden aus massiven einheimischen Hölzern gefertigt und durch ein geschmiedetes Stahlband zusammengehalten.

INPUNCTO

3. Rang/CHF 500.-

Design: Damian Byland

Herstellung: Fuschina da Guarda und Falegnamaria Curdin Müller SA

Das Regalsystem «INPUNCTO» wurde durch die handgeschmiedeten Treppengeländer inspiriert bei denen ein Dorn durch den erhitzten Stahl getrieben wird. Die runden Löcher sind jeweils vertikal um 90° versetzt, um die Quer- und Scherkräfte aufzunehmen. Auf eine zusätzliche Verstrebung kann verzichtet werden. Die Tablare aus Massivholz werden durch Rundstäbe getragen, welche mit geschraubten Holzzapfen mit den eisernen Seitenteilen verbunden werden.

CUC

Nominierung

Design: Seraina Bernegger

Herstellung: Engadiner Lehrwerkstatt für Schreiner

Die Sitzbank «CUC» ist ein modern interpretiertes Sitzmöbel, das die vielfältige Tradition von Bänken im Engadin fortführt: «il banc pignia», «il banc porta» oder «banc manzögna». Man kann auf der Bank aber auch ein kleines Nickerchen «cuc» machen. Die einzelnen Teile aus Massivholz können mit minimalem Verschnitt aus einem Brett gefertigt werden. Die Verbindungen werden mit Holzdübeln versteift.

TEGNAIR

Nominierung

Design: Livio Eiholzer und Dominik Ambühl

Herstellung: werkplaz Andi Ovenstone und  Sereina Brosi

Die Sitzbank «Tegnair» ist ein schlichtes Möbel aus massivem Lärchenholz. Die organische Form nimmt die Linien einer einfachen, traditionellen Sitzbank auf. Die Beine, die hochpräzise gefertigt werden, werden durch die Sitzplatte gesteckt und mit einer traditionellen Keilverbindung verfestigt. Das gepolsterte Sitzkissen wird aus Filz gefertigt und ist abnehmbar.

DRATGUIR

Nominierung

Design: Adrian Forkin und Rik Bovens

Herstellung: Dalini und Falegnamaria Curdin Müller SA

Die Schale «DRATGUIR» nimmt die Formensprache der trichterförmigen typischen Bündner Fensteröffnungen auf. Die Schale wird aus einem Stück Massivholz gefräst. Der Sockel wird in Gehrung geschnitten und traditionell gefertigt. Es ist geplant, die Schale in verschiedenen Grössen zu produzieren und damit verschiedene Verwendungszwecke abzudecken.

CARAUN

Nominierung

Design: Livio Eiholzer und Dominik Ambühl

Herstellung: Engadiner Lehrwerkstatt für Schreiner

Die Stehleuchte «CARAUN» ist durch die Kufen von Bündner Holzschlitten inspiriert. Die Leuchte wird vollständig aus Esche gefertigt. Zwei filigrane Beine, die durch die «Kufe» gesteckt werden, verleihen der Lampe Standfestigkeit. Der Lampenschirm aus Furnier streut ein warmes gelb-oranges Licht. Das textile Stromkabel wird in eine Nut des Hauptträgers gesteckt.

Die Beteiligten Designerinnen und Designer


Julian Valentin Bräm hat in Zusammenarbeit mit seiner Schwester Noëmi Bräm das Aufbewahrungsmöbel SELA gestaltet.

Julian und Nöemi haben zusammen das Design-Kollektiv Julian Valentin KLG gegründet. Nach einer Lehre als Möbelschreiner hat Julian im Bereich Bauleitung, Planung und Innenausbau gearbeitet. Autodidaktisch hat er sich weitergebildet und gestaltete Möbel und Lampen. Es folgte ein einjähriges Industrial-Design-Studium and der ZHdK und schliesslich die Gründung der Julian Valentin KLG

Noëmi Bräm hat zusammen mit ihrem Bruder Valentin Bräm das Aufbewahrungsmöbel SELA gestaltet.

Noëmi absolvierte nach dem gestalterischen Vorkurs eine Grafikerlehre und studierte danach Fotodesign. Heute ist sie als freischaffende Fotografin tätig. Sie hat die Julian Valentin KLG mitbegründet.

Justinas Zuklys ist der Designer der Sitzbank SCARSOLA.

Justinas wurde in Vilnius geboren, wuchs in Basel auf und schloss sein Studium in Zürich ab. Seit über einer Dekade begleitet Ihn die Architektur, wo er in seinem Alltag an der Planung von Gebäuden beteiligt ist. Neben Häusern interessiert ihn auch der Massstab der Stadt. 
Zudem darf der menschliche Bezug in seiner Arbeit nicht fehlen, den er durch Entwürfe von kleinmassstäblichen Objekten und Möbeln herstellt. 




Sahra Khan hat das Schaukelpferd MACUN gestaltet.

 

Sahra ist in St.Gallen geboren. An der ETH absolvierte sie ein Bachelorstudium in Architektur und assistierte bei Annette Spiro. Es folgten verschiedene Praktika und eine Anstellung bei der Max Dudler AG. Seit 2021 absolviert Sahra ein Masterstudium an der ETH und arbeitet bei Tom Munz Architekt in St.Gallen.

Hugo Zumbühl hat den Webteppich SULVADI designt.

 

Hugo hatte mit der Weberei ersten Kontakt an der Kunstgewerbeschule in Zürich, wo er sich zum Werk- und Zeichenlehrer ausbilden liess. Im Rahmen eines Entwicklungshilfeprojekts in Peru half er beim Aufbau einer Weberei-Kooperative. Nach seiner Rückkehr dozierte er an der Pädagogischen Hochschule Graubünden. Zusammen mit dem Webmeister Peter Birsfelder ist er heute als Duo unterwegs, das schon verschiedene Design-Preise gewinnen konnte.

Pavla Nesvadbikova und Tina Schnörringer haben die Schalen/Schneidebretter DREI TRE TRAIS gestaltet.

 

Pavla und Tina sind bei Müller Schnörringer Architekten tätig. Tina hat das Büro mitbegründet. Nach einem Architekturdiplom an der Universität Karlsruhe studierte Tina Skulptur an der Ecole Nationale Supérieure des Beaux-Art de Paris. Es folgte ein Studium in Produktdesign an der ECAL in Lausanne. Pavla erwarb einen Bachelor in Architektur an der Technischen Universität Brno und absolviert aktuell ein Masterstudium an der HSLU in Luzern.

Damian Byland hat das Regal INPUNCTO entworfen.

 

Damian ist in Niedergösgen aufgewachsen und lebt heute in Basel, wo er im Sommer 2022 seine Ausbildung zum Industriedesigner an der Hochschule für Gestaltung und Kunst abschliessen wird. Ursprünglich hat Damian das Handwerk des Fahrradmechanikers erlernt, bevor er den Studiengang Fotografie HF an der F+F Schule für Kunst und Design absolvierte. Heute studiert er an der FHNW Industrial Design und ist in den schuleigenen Werkstätten im Prototypenbau tätig.

Seraina Bernegger hat die Sitzbank CUC designt.

 

Seraina ist in Scuol  geboren und hat an der Bündner Kantonsschule in Chur die Matura erworben. Es folgte ein Architekturstudium an der Universität Liechtenstein und an der HS Anhalt, Dessau. Nach einem Praktikum bei AFF Architekten in Berlin folgte eine Anstellung im Architekturbüro Joss & Mathys in Zürich. Aktuell studiert Seraina an der ETH in Zürich Architektur.

Livio Eiholzer hat zusammen mit Dominik Ambühl die Bank TEGNAIR und die Stehleuchte CARAUN gestaltet. 

 

Livio ist in Zürich aufgewachsen, wo er auch eine kaufmännische Lehre absolviert hat. Anschliessend schloss er die gestalterische Berufsmatura ab, nachdem er seine Leidenschaft für Farben, Formen und Licht entdeckt hatte. Heute studiert Livio an der ZHdK Szenografie.

Dominik Ambühl hat zusammen mit Livio Eiholzer die Bank TEGNAIR und die Stehleuchte CARAUN gestaltet.

 

Dominik ist in Zürich aufgewachsen, wo er eine Lehre als Innendekorateur abgeschlossen hat. Anschliessend absolvierte er die gestalterische Berufsmatura und bildete sich im Bereich Innendekoration weiter. Aktuell studiert Dominik an der ZHdK Industrial Design.

Adrian Forkin und Rik Bovens haben zusammen die Aufbewahrungsschale DRATGUIR entworfen.

 

Adrian ist in der Nähe von Winterthur aufgewachsen und lebt heute in Basel. Er ist gelernter Konstrukteur und hat an der HGK in Basel studiert, wo er derzeit am Institute for Contemporary Design Practices als wissenschaftlicher Assistent arbeitet.

 

Rik ist im Fricktal aufgewachsen und lebt heute in Basel. Er hat nach seiner Matura in Bildnerischem Gestalten an der HSG Betriebswirtschaft studiert. Anschliessend hat er an der HGK in Basel den Bachelor in Produktdesign abgeschlossen. Zurzeit absolviert er ein Masterstudium in Integrativer Gestaltung an der HGK und ist als Redaktor für die Wohnrevue tätig.

Die Gruppe "mobiglias" dankt allen Gestalterinnen und Gestalter, die eine oder mehrere Arbeiten eingereicht haben. Das kreative Niveau der Projekte war durchwegs sehr hoch.

Fachtagungen 2022

Im Vorfeld des Design-Wettbewerbs wurden zwei Fachtagungen durchgeführt. Am 26. Februar 2022 zum Thema «Handwerk und Technik» in Guarda und Susch und am 12. März 2022 in Landquart zum Thema «Gestaltung und Form». Die beiden Veranstaltungen sind auf gutes Interesse gestossen und zwischen den Wettbewerbsteilnehmenden und den Mitgliedern von «mobiglias» sind angeregte Diskussionen geführt worden. Auch konnten die handwerklichen Qualitäten und Traditionen des Kantons Graubünden vermittelt werden.

Guarda/Susch 26.2.22

Das Unterengadin empfing seine Gäste mit schönstem Winterwetter. Die Anreise war für die meisten sehr lang und für einige auch mühsam (Wartezeiten am Vereina und Schnee auf dem Julier). In der Fuschina da Guarda in Giarsun wurden die Gäste in die Kunst des Schmiedens eingeführt. Nach einem kleinen Lunch im Restaurant der Fuschina ging es weiter nach Susch, wo Peider und Linard Müller zeigten, was auf modernen CNC-Maschinen heute alles möglich ist. Anschliessend führte Sereina Brosi in die Technik des Polsterns ein. Den Abschluss machte Barbara Schuler-Rozzi, die über die typischen Bündner Hölzer und traditionelle Verbindungstechniken referierte. Mit angeregten Diskussionen wurde die Veranstaltung bei einem kleinen Apéro abgeschlossen.

Landquart 12.03.22

Die Tagung startete mit einer Präsentation von Gaudenz Schmid. Der 85-jährige Antikschreiner, der auch an der Restauration von vielen historischen Bauwerken mitgearbeitet hatte, blickte bis zu 500 Jahre zurück auf die Tradition des Möbelbaus im Kanton Graubünden. Er zeigte Unterschiede in den verschiedenen Tälern auf aber auch die Einflüsse des nahen Auslandes, die von den «Randulins» ins Land gebracht wurden. Anschliessend zeigten Andi Ovenstone, Curdin Müller und Ramon Zangger anhand von ihnen produzierten Möbeln auf, was für sie typisch an Graubünden ist und wie sich die lokale Verwurzelung auf die Gestaltung auswirkt. Beim abschliessenden Apéro wurde sehr engagiert diskutiert.

Rückblick
Design-Wettbewerb 2019

Im Frühjahr 2019 hat "mobiglias" einen Design-Wettbewerb ausgeschrieben. Eine neutrale Jury hat insgesamt 53 Einsendungen bewertet und 12 Arbeiten mit einem Barpreis oder einer Nominierung ausgezeichnet. Einen Teil der ausgezeichneten Arbeiten findet man auf unserer Startseite.

Eine Liste der Preisträger finden Sie weiter unten.

Jurierung

Die Jury setzte sich paritätisch aus externen Spezialisten und Mitgliedern von "mobiglias" zusammen: Remo Derungs, Zürich und Chur; Carmen Gasser, Zürich und Chur, Martin Hürlimann, Chur; Remo Püntener, Samedan; Hanna Schäublin, Tomils, Barbara Schuler-Rozzi, Bergün; Anita Simeon Lutz, Zürich, Ramon Zangger, Samedan, Stefan Zwicky, Zürich

1. Rang 


Jon Fadri Jann aus Sent für die Garderobe "Colliaziun"

1. Rang


 Fabian Weber aus Luzern für den Dreibeintisch "trafögl"

2. Rang


Ivo Schläpfer von Biel/Bienne für das Sideboard "fassetta".

3. Rang

Christof Seger von St.Gallen für die Garderobe "Kleiderrahmen"

3. Rang

Reto Zeltner aus Basel für das Taschenmesser "fier"

3. Rang

Florian Hauswirth aus Biel/Bienne für die Figur "nus"

Nominierung

Sonja Waltert aus Wallisellen für den Hocker "munt"

Nominierung

Thai Hua aus Zürich für den Wäschekorb "LAUDRIN"

Nominierung

Fabio Rutishauser aus Zürich und Gabriele Lucchitta aus Pordenone, IT für den Hocker "Alvra"

Nominierung

Adina Hänny aus Chur für den Wanderstock "CUMPOGN"

Nominierung


Florin Stettler aus Luzern für den Sessel "Plima"

Nominierung

Géraldine Heller aus Luzern für das Brot- und Käsebrett "Vesper"